Lawrence Osborne: Denen man vergibt
Besprechung
Ein britisches Ehepaar besucht übers Wochenende in einer abgelegenen Gegend Marokkos zwei schwule Freunde, die in ihrer luxuriös renovierten Berberfestung rauschende Feste feiern. Dekoration, Unterhaltung und Speisen sind atemberaubend, die Blicke der einheimischen Bediensteten darauf ungläubig und angewidert. Auf dem Weg überfährt der alkoholisierte Ehemann einen Einheimischen, der „peinliche Zwischenfall“ soll verheimlicht werden, aber schließlich fordern die Angehörigen des jungen Toten, dass David an dessen Beisetzung teilnimmt. Der Leser bekommt ständig Arroganz und Dekadenz der westlichen Gastgeber und ihrer Gäste sowie andererseits die Welt der Bediensteten und der Angehörigen kontrastiert. Die gnadenlose Hitze, die Armut und Hoffnungslosigkeit der Fossiliensucher (einzige Verdienstmöglichkeit in der Gegend) auf der einen und die obszöne Verschwendung auf der anderen Seite sind schwer auszuhalten. Dabei sind weder die Fremden noch die Einheimischen glücklich und es wird auch vermieden, die Einheimischen, die zweifellos die deutlich schlechteren Karten haben, als moralisch über jeden Zweifel erhaben darzustellen. Ein interessantes, schillerndes Buch, das seine Figuren in grandiosen Landschaftsbeschreibungen lebendig werden lässt. Übersetzt wurde es von Reiner Pfleiderer.
Didaktische Hinweise
Als Leseangebot für die Schulbibliothek geeignet. Thema für schriftliche Arbeiten: Analyse der dargestellten Gegenwelten
Gattung
- Romane
Eignung
in Auszügen geeignetAltersempfehlung
Jgst. 11 bis 13Fächer
- Deutsch
- Englisch
Erscheinungsjahr
2017ISBN
9783803132864Umfang
267 SeitenMedien
- Buch